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#01 Flug von Frankfurt nach Singapur

#01 Flug von Frankfurt nach Singapur

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Wir schwitzen. Hinten haben wir knapp 19 bzw. gute 17 Kilo festgeschnallt, vorne beide mehr als zehn und wir rennen zur Bahn. Wie immer sind wir viel zu spät, weil einer von uns immer noch mal durch die Wohnung galoppiert: Heizung „auf Urlaub“ gestellt? Den Müll rausgebracht, auch gelbe Tonne? Herd ausgestellt? Szenen einer Abreise.

Wir joggen zur U-Bahn, wenn man das überhaupt joggen nennen
kann. Wie ein Magnet hält uns die Schwerkraft am Boden, es ist mehr ein hilfloses Dahingehüpfe. Karte ziehen, die U-Bahn fährt ein, wir erlösen uns von Vorder- und Hintergepäck, blicken nochmals hektisch in unsere Tasche, ob Tickets und Pässe da sind...
100 Tage Australien plus vier für An- und Abreise liegen vor uns.
In Deutschland merken wir im September schon die Vorboten des
Herbstes und erinnern uns mit Grausen an den letzten eiskalten Winter. In Westaustralien hat gerade der Frühling begonnen.

Am Flughafen gibt es glücklicherweise keine langen Schlangen am
Schalter und wir können ohne jegliche Wartezeit bei Singapore Airlines einchecken. Jetzt die letzte Hürde: die Sicherheitskontrolle. Aus Erfahrung wissen wir, dass wir mit unseren Kameras im Handgepäck erstmal freundlich, aber bestimmt, in ein kleines Kämmerlein gelotst werden. Dort sitzt dann einer der Kontrolleure mit Gummihandschuhen und untersucht die Kameras auf Sprengstoff. Dieses Mal fordert man allerdings keine zeitraubende Privataudienz. Das liegt wahrscheinlich daran, dass unsere Kameras kleiner sind als bisher.

„Bing! Captain is speaking, we welcome you on board...“ Wir machen es uns im Flugzeug gemütlich und haben Glück: Es sitzen nur nette, gut riechende Menschen um uns herum und die Filme im Bordprogramm beschäftigen uns einige Stunden. Die Stewardessen und Stewards sind supernett. Die Frauen tragen tolle Sarongs, was nicht so förmlich oder spießig wirkt wie die übliche Kleidung bei einigen europäischen Fluggesellschaften.

Man mag über das Essen im Flugzeug denken, was man
will, aber wir finden, dass man die heute servierten asiatischen Nudeln, Curries und leichten Reisgerichte besser verträgt als so ´ne olle Schuhsohle, die man sonst gern aufgeklapptischt bekommt. Der Flug nach Singapur dauert 11 Stunden. Nach dem Mitternachtsabendessen werden die Luken dichtgemacht und das Licht gedimmt: Schlafen ist angesagt.

Ist immer wieder komisch zuzusehen, wie jeder so seine Schlafstellung sucht. Der eine findet sie schnell und schläft mit zurückgeklapptem Nacken und offenem Mund sofort ein, der Seitenschläfer windet sich, bis er in Klappmesserstellung völlig übermüdet zusammensackt. Der Wein zum Essen verleiht uns die nötige Bettschwere und wir können ein paar Stunden Schlaf ergattern.
Unser erster Tipp in diesem Buch lautet: Einen Abendflug buchen, dann verträgt man die Zeitumstellung am besten und ist nicht so müde bei der Ankunft. in Singapur ist nach Ortszeit 16 Uhr, nach unserer Zeit 10 Uhr morgens.