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#10 Von Coronation Beach nach Kalbarri

#10 Von Coronation Beach nach Kalbarri

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Wie sich Kühe fühlen, die von Fliegen geplagt werden, können wir uns spätestens seit heute vorstellen. Seitdem wir Zwischenstopps Richtung Kalbarri einlegen, werden wir von Fliegen gepiesackt. Ständig schwirren die kleinen Dinger in Augen und Ohren, ein Wunder, dass sie nicht den Nebenhöhlen guten Tag sagen. Das einzige Rezept, das scheinbar hilft, ist, sich einfach nicht davon stören zu lassen. Dies ist natürlich immer dann blöd, wenn man gerade ein schönes Motiv vor der Linse hat, die Blende eingestellt, die Schärfe gezogen, gerade die Filmaufnahme gestartet hat – und dann fünf bis zehn Viecher sssssum einem ins Ohr krabbeln. Dabei reflexartig nicht den Kopf zu schütteln, ist hart. Aber Wegjagen bringt gar nichts, es gibt einfach zu viele davon. Unser Ziel ist heute der Kalbarri National Park, berühmt für seine Felsbuchten am Meer und Schluchten am Murchison River. Wir fahren von Northampton die Scenic Route und kommen bald an der Küste an, wo Wegweiser uns an die verschiedenen „Scenic Places“ führen. Die Küste hier sieht ganz anders aus als die bisherige Dünenlandschaft der letzten paar hundert Kilometer. Zerklüftete Klippen und rotbraune Sandsteinfelsen, die flach übereinander geschichtet wie Pfannkuchen aussehen. Eine Frau erzählt am Aussichtspunkt, dass sie drei Kilometer weiter einen Wal mit Baby gesehen hat. Wir rennen sofort zum Auto, suchen den nächsten Lookout, starren aufs Meer - und sehen einen Buckelwal, der seine Flossen zig mal aufs Meer klatscht. Eine Gruppe Delfine, die an uns vorbeizieht, macht das Bild perfekt.