Drucken

#09 Von Cervantes nach Coronation Beach

#09 Von Cervantes nach Coronation Beach

03-06-Pinnacles_bis_Kalbarri_und_Large_Mittel

Okay, verstanden, 90 Zentimeter Bettbreite sind für zwei zu wenig. Obwohl wärmer und besser gefüttert, nehmen wir ab heute Nacht statt der Sardinen-in-der-Dose-Lage wieder das Hochbett. Wir verlassen Cervantes nicht, ohne uns noch die Stromatolithen am Lake Thetis anzuschauen. Diese sehen laut Reiseführer aus wie Blumenkohlköpfe und dümpeln im seichten Wasser des Sees. Gut beschrieben, finden wir. Optisch nicht gerade spektakulär, aber man nimmt an, dass Stromatolithen Leben auf der Erde überhaupt erst möglich gemacht haben, denn die Fossilien produzieren schon seit sehr langer Zeit Sauerstoff. Die ältesten lebenden Organismen existieren seit etwa 3,5 Milliarden Jahren. Unsere Fahrt geht weiter an der Küste entlang. Rechts und links der geteerten Straße blitzt roter Sand durch, daneben niedrige Büsche, zwischendrin Blumenwiesen in gelb und blau und die Indian Ocean Road verbindet fast schnurstracks einige Kilometer vom Meer entfernt die einzelnen Orte. Die sind zum Teil sehr klein, haben meist aber eine Tankstelle und damit auch einen kleinen Tante- Emma-Laden, aber den Dörfern fehlt bis auf Dongara ein bisschen der Charme. Dafür entschädigt jedes Mal der Ausblick aufs Meer. Immer andere Schattierungen von türkis bis ultramarinblau glitzern uns entgegen. In Geraldton, mit 19.200 Einwohnern die größte Stadt zwischen Perth und Port Hedland, wollen wir unsere Kühlbox neu auffüllen. Aber vor dem Einkauf nutzen wir für die Kameraaufnahmen noch die letzten Sonnenstrahlen. Wir folgen einem „Scenic Route Drive“-Schild und kommen an einem Leuchtturm vorbei, rot weiß geringelt, da müssen wir natürlich kurz vor Sonnenuntergang noch mal ein Bild machen. Oder auch zwei. Ja, auch drei bis vier. Wie an jedem Tag rennt uns so die Zeit davon. Mit den neuen Bildern im Gepäck fahren wir in die Stadt und stehen vor verschlossenen Ladentüren. Woolworth und wie die anderen Supermärkte heißen machen schon um sechs Uhr zu! Das heißt, nichts mehr zum Frühstücken, Wasser wird wohl reichen, aber kopfschüttelnd stehen wir da, die Stadt ist seit Sonnenuntergang wie ausgestorben. Wir beschließen, noch ungefähr 20 Kilometer zu fahren und am Coronation Beach den Campingplatz zu suchen. 16 Dollar die Nacht, Toilette und Meeresrauschen inklusive. Die Fahrt in der Dunkelheit ist unangenehm, wir überfahren fast ein Känguru, das am Straßenrand frisst, und nehmen uns fest vor, ab jetzt nur noch im Hellen irgendwo anzukommen.