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#08 Die Pinnacles

#08 Die Pinnacles

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Gegen Abend fahren wir Richtung Nambung National Park zu den Pinnacles. Hunderte und tausende von Steinsäulen stehen hier von ganz klein bis überlebensgroß. Wir fahren in den Nationalpark rein und kommen uns schlagartig wie auf dem Mond vor. Wie in einer Kunstausstellung stehen in kargem Gelände Statuen aus Stein in Reih und Glied. Wie Hinkelsteine, so weit das Auge reicht. Kaum zu glauben, dass die Dinger nicht dahingestellt worden sind, sondern dass die Natur das Ganze im Laufe der Jahrtausende so geformt hat. Auf Sanddünen wachsende Pflanzen drangen mit ihren Wurzeln in den unter den Dünen liegenden Kalksandstein ein. Das Wasser in den Wurzeln reagierte mit dem Kalk. Die Wanderdünen wanderten weiter, die Pinnacles blieben. Um die Säulen führt eine einspurige Besichtigungs-Auto-Strecke. Um kurz vor 5 Uhr abends kurven wir nur mit wenigen anderen durch das Gelände. Am schönsten lassen sich die Gesteinsformationen bei Morgen- oder Abendlicht ablichten, dann bekommen sie lange Schatten und die Sonne strahlt sie orangerot an. Ein ganz besonderes Spektakel ist auch das, was sich auf der Besucher-Route tut. Eine japanische Kleingruppe besteigt gegen die Vorschriften des Nationalparks jeden Stein und kreischt dabei weithin hörbar, eine amerikanische Gruppe macht sich gar nicht erst die Mühe auszusteigen, sondern „Drive-In-Sightseeing“. Nur eine Handvoll Urlauber bleibt, bis die Sonne untergeht, und wird belohnt durch das Schauspiel der Farben von orangerot bis dunkellila. Heute ist Vollmond, also bleiben wir noch eine Viertelstunde länger in der Dämmerung stehen, um dann auf der anderen Seite über den Steinen den Mond aufgehen zu sehen. Heidewitzka, das hätten wir uns in den kühnsten Träumen nicht so schön vorgestellt und finden, das ist tatsächlich ein Muss an der Westküste.